Pferde bandagieren: So ist es richtig!

Bandagen schützen die Pferdebeine. Barfuß, mit Gamaschen, Streichkappen oder Bandagen: Die Entscheidungen gehen hier weit auseinander. Mein Welsh neigt dazu, beim reiten immer wieder mit den Beinen aneinander zu streifen. Von daher setze ich beim Training immer auf Hartschalengamaschen in Kombination mit Hufglocken. Bandagen habe ich vor einigen Wochen zum ersten Mal ausprobiert und möchte meine Erfahrungen mit dir teilen.



Bandagen oder Gamaschen für dein Pony?

Grundsätzlich schützen die Bandagen empfindliche Pferdebeine vor dem scheuern und Streifen. Sie halten die Bänder und sehnen war, was gerade bei älteren Tieren von Vorteil ist. Bisher habe ich mich immer für Gamaschen entschieden, da sie sich viel einfacher und schneller anlegen lassen. Zudem können Sie beim reiten kaum verrutschen und saugen sich auch nicht so stark mit Wasser voll, was gerade im Gelände ein Thema ist. Im Gegenzug dazu können sie die Sehnen nicht so intensiv unterstützen.



Bandagen und Gamaschen sind nur etwas, wenn du reitest. Es ist nicht sinnvoll und sogar gefährlich, ein Pferd oder ein Pony dauerhaft zu bandagieren. Das würde den Lymphfluss im Gewebe enorm einschränken, so dass Giftstoffe und Abfallstoffe weniger schnell abtransportiert werden. Ausnahme bilden Pferde, die nach Verletzungen dauerhafte medizinische Bandagen tragen müssen.

Bandagierunterlage richtig anbringen

Früher hat man die Pferde und Ponys möglichst fest mit Elastikbandagen bandagiert. Heute weiß man, das ist schädlich für das Pferdebein. Zunächst brauche ich eine Bandage Unterlage deren kurze Seite parallel zum Pferdebein verläuft. Die Vorderkante lege ich also an das Pferdebein. Bei den großen Pferden dürfte die Oberkante dann direkt unter dem Sprunggelenk liegen. Nun entwickele ich die Bandageunterlage von vorn außen nach hinten rund um das Pferdebein. Achtet bitte darauf, dass die Bandagierunterlage unbedingt faltenfrei auffliegt.

Schritt für Schritt Anleitung: Pferde bandagieren

  1. In der anderen Hand halte ich nun die Bandage.
  2. Ich beginne von oben, wieder von von außen und arbeite mich nach hinten innen zum Pferdebein vor.
  3. Dabei halte ich einen möglichst engen Abstand zwischen den Runden ein. Ich komme hier auf 3-5 cm.
  4. Wenn ich am Fesselkopf ankomme, bandagiere ich das Pferdebein wieder nach oben. Diesmal mit einem größeren Abstand von bis zu 8 cm.
  5. Ich gebe zu, du brauchst etwas Übung, bist du dir die gesamte Bandage richtig einteilt. Wenn du alles richtig gemacht hast, liegt die letzte Runde direkt unter dem Karpal- oder Sprunggelenk. Sie kann nun verschlossen werden.

Wickle die Bandage auf keinen Fall zu locker. Dann steigt die Gefahr, dass Sie sich beim Reiten löst. Viele Reiter entscheiden sich derzeit für übergroße Bandagierunterlagen. dabei sollte das Pferd niemals auf die Unterseite treten. Sicherheit geht auf jeden Fall vor.

Welche Bandagierunterlage auswählen?

Ich empfehle dir, auch bei den soften Bandagen immer mit Bandageunterlagen zu arbeiten. Hier gibt es im Fachhandel eine ordentliche Auswahl aus Langenfeld, mit Schaumstoff oder Füllwatte. Ich habe mich für echte Markenware aus dem Hause Eskadron entschieden. Die Unterlagen bringen hier eine funktionierende Belüftung mit und lassen sich wirklich sehr gut um das Pferdebein liegen. das war mir die Investition von 10,- pro Unterlage wirklich wert.

Was tun, wenn die Bandagen zu lang sind?

Wir Ponyhalter haben doch nun oftmals das Problem, dass Unterlagen und Bandagen viel zu groß sind. Bevor du zu viel abschneidest und die Bandage im Mülleimer landet, teste das Ganze unbedingt aus. In den meisten Fällen reicht es vollkommen aus, ungefähr 1 m abzuschneiden. Bei den elastischen Bandagen oder den Wollbandagen solltest du zusätzlich die Ende nominieren, andernfalls lösen sich die Stoffe mit der Zeit auf.

Bandagen richtig pflegen

Eigentlich kannst du deine Bandagen bei 30 °C ganz normal in die Waschmaschine geben. Vorher solltest du aber die Klettverschlüsse schließen. Andernfalls davor sind die kleinen Häkchen und Versagen schneller. Hänge die Bandagen danach möglichst glatt auf der Wäscheleine auf, so lassen sie sich wenig später wieder ordentlich am Pferdebein anbringen. Es macht also Sinn, in hochwertige Bandagen zu investieren und diese regelmäßig zur Schonung der Beine einzusetzen. Wer Unterlage und Bandagen ordentlich pflegt und immer wieder sorgfältig auf wickelt, hat darüber viele Jahre etwas davon.

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