Ohne Angst Ausreiten: Mit deinem Pony ins Gelände!

Gestern habe ich mit Vampi eine große Runde durchs Gelände gedreht. Hättet ihr mich noch vor 10 Monaten gefragt, was ich mir am meisten wünsche, wäre das ein Ausritt über die Wiesen gewesen. Mittlerweile können wir auch allein auf Tour gehen. Wie wir das geschafft haben, erfährst du in diesem Beitrag.

Zum ersten Mal Ausreiten

Wenn der bei seinem ersten Geländeritt mit einem Pony das Herz bis zum Hals schlägt, musst du dir keine Gedanken machen. Schließlich ist es aufregend, den vertrauten Stall, den Reitplatz oder die Reithalle zu verlassen, um gemeinsam auf vier Hufen die Umgebung zu erkunden. Auch für dein Pony steht jetzt eine spannende Zeit bevor.

Zugegeben: ich hatte Angst, den Schritt zum ersten Geländeritt zu gehen. Schließlich war Vampi zu anfangs nicht das, was man ein gelassenes Pony nennt. Er hatte mit seiner Nervosität und Anspannung zu kämpfen, an der ich auch heute noch arbeite. Dabei war das Gelände genau das richtige Ventil, das ihn in wenigen Augenblicken entspannt und die notwendige Abwechslung liefert.

 Angst im Gelände: Was kann ich tun?

Wenn du zum ersten Mal ausreiten solltest, nimmt immer einen Partner mit, dem du vertrauen kannst. Das sollte unbedingt ein ruhiges und erfahrenes Pferd sein. Schließlich wird sich dein Pony immer an dem Partner orientieren. Lass dich an den Strick nehmen. Dann sitzt du auf einem Handpferd und  kannst dich nun von Anfang an entspannen.

So langsam steigt die Nervosität, wenn ihr in das Gelände abgelegt. Wirklich dem inneren Kreislauf entgegen und versuche dir nicht ständig auszumalen, was an der nächsten Ecke passieren könnte. Halte dennoch die Augen offen. Vorbeifahrende Autos, bellende Hunde, Wildtiere, flatternde Bänder oder herumliegender Müll können für viele unerfahrene Pferde und Ponys zum Hindernis werden. In diesen Situationen benötigt dein Pony einen Partner, der es selbstbewusst an die Hand nimmt, um gemeinsam diese Herausforderung zu meistern.

Wie ich meine Angst im Gelände in den Griff bekommen habe …

Ich erkläre das Ganze an meinem eigenen Welsh Cob. Starte ich mit Vampi aus unserem Hof, wandern seine gespitzten Ohren nach vorne und er geht vorsichtig durch die Straßen des Dorfes. Diese Aufmerksamkeit interpretiere ich vielmehr als Neugierde und nicht als Angst. Ich setze mich selbstbewusst und tief in den Sattel, richte mich auf, lasse ihn genügend Freiraum über die Zügel und lege beide Unterschenkel an den Pferdebauch. Damit signalisiere ich meinem Pony, es kann nichts passieren, ich bin bei dir: Vorwärts. Auch in Situationen, in denen er Angst hat, kann er aus dieser Selbstsicherheit eigenen Mut schöpfen.

Vermeide es, verkrampft auf dem Pferd zu setzen, die Beine ängstlich nach vorn Weg zu strecken und sich an den Zügeln festzuhalten. Das vermittelt einem Pony das Gefühl deiner eigenen Unsicherheit. Ihr werdet also bei der nächsten Herausforderung vermutlich Probleme bekommen.

Praktische Tipps gegen Angst beim ausreiten

Ich empfehle mit jungen und unsicheren Verden in der Ausbildung einen Balancezügel oder einen Equizügel. dieser elastische Zügel liegt um den Hals und bietet euch die Möglichkeit, für Stabilität im Sattel zu sorgen. In einer Schrecksituation ist es besser, an diesen Zügel halt zu suchen, als sich an den beiden Zügen festzuhalten. Viele Ausbilder von jungen Pferden gehen ohne den Equizügel überhaupt nicht ins Gelände.

Manchmal muss man sich einfach überwinden und ruhig weiter atmen. Oftmals habe ich erkannt, dass die Situationen gar nicht so schlimm waren, wie ich sie mir vorher ausgemalt hatte. Wenn du deine Verkrampfung einfach nicht los wirst, beginne leise ein Lied zu singen. Der Körper wird dann von ganz allein loslassen. Zudem wirken die Melodie noch viele Pferde und Ponys auch beruhigen.

Trab und Gallop beim Ausreiten

Geht es in die nächste Gangart und wollte im Gelände auch traben oder galoppieren, gelten die selben Voraussetzungen. Viele Ponys treten beim ausreiten viel aktiver und raumgreifender. Du solltest versuchen dein Pony in seinen Bewegungen so wenig wie möglich zu stören und mit jeder Bewegung mitzugehen.

Gerade im Galopp sollte kein Pferd oder Pony die Gelegenheit haben, selbstständig ohne sein Zutun zu beschleunigen. Andernfalls entwickeln sich einige engagierte Ponys später zu einem Raser, der nur schlecht unter Kontrolle zu bringen ist.

Warum ist das Ausreiten so wichtig?

Ich würde so früh wie möglich in der Ausbildung mit dem Pony oder dem Pferd ins Gelände reiten. Hier bietet sich die Freiheit, das Gangwerk ohne Eingrenzung von Banden oder Reitplatz zu entfalten. Zudem sammeln die jungen Tiere die notwendige Sicherheit und Selbstbewusstsein für die Reitausbildung.

Abwechslung ist ein wichtiges Element in der Ausbildung meines Ponys. Würde ich nun jeden Tag immer wieder Stereotyp dieselben Übungen in der Halle oder auf dem Platz abarbeiten, blieben die Erfolge aus. Ich bemerke immer wieder, wie Vampi aus unseren ausgiebigen Ausritten Energie sammelt, die ich auf dem Platz und im Training zurückbekomme.

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