Pony Fütterung: Pferdemüsli oder Hafer?

Eine alters- und bedarfsgerechte Fütterung der Pferde legt eine Basis für ein zufriedenes und langes Leben. Ich bin mir darüber im Klaren, dass es zur Pony Fütterung diverse Meinungen gibt, die in vielen Foren ungebremst aufeinander stoßen. Mit dem Kauf meines Ponys habe ich mir die Frage gestellt, ob ich mir für Hafer oder für Müsli entscheide. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Hafer oder Müsli für mein Pony?

In der freien Wildbahn nehmen Pferde unentwegt Futter auf. Hier ist von dem Raufutter die Rede. Immer wieder gelangen kleine Menge in den Magen, die dort verdaut und verarbeitet werden.

Hafer oder Müsli gehören in die Gruppe der Kraftfutter, die der Energiezufuhr dienen. Ist ein Pferd nicht mehr in der Lage, seine Energiezufuhr über das übliche Raufutter zu decken, füttern wir Kraftfutter zusätzlich.

Hafer – das klassische Kraftfutter

In unseren Breitengraden ist Hafer am verbreitetsten. Um den hohen Gehalt ungesättigter Fettsäuren und Schleimstoffe verarbeiten zu können, quetscht das Pferd mit seinem Zahn ein Haferkorn und setzt damit die wertvolle Haferstärke frei.

Wusstest du, dass die Pferde im Orient Gerste als Kraftfutter bekommen? Im Gegensatz zum Hafer müssen wir die Gerste schroten, da sie schwerer verdaulich sind. Dafür bringt sie einen höheren Energiegehalt mit. 0,9 kg Gerste entsprechen 1 kg Hafer. Die amerikanischen Pferde fressen Mais als Kraftfutter. Nach einer hydrothermischen Aufschließung setzt Mais seinen hohen Energiegehalt frei. 0,8 kg Mais entsprechen 0,9 kg Gerste.

Bei der Fütterung solltet ihr auf lupenreine Sauberkeit achten. Weder Schimmelsporen noch Staub haben etwas in Hafer zu suchen, das könnte die Gesundheit deines Ponys gefährden.

ACHTUNG: Kraftfutter ist ein Ergänzungsfutter. Grundlage ist immer Raufutter. So kommen auf 100 kg Körpergewicht circa 1,5 kg Raufutter.

Kraftfutter landet in kleineren Portionen in der Futterschüssel. Großpferde fressen maximal 2 kg pro Portion. Mehrere, kleine Portionen am Tag bilden den Idealzustand.

Zusätzlich zum Kraftfutter gibt es 1 bis 3 Mal pro Woche Mash. Die lockere, feucht-warme Mahlzeit soll die Verdauung unterstützen und unseren Ponys beim Fellwechsel helfen.

Nicht für jedes Pony ist Hafer die richtige Wahl. Gerade Spezialrassen reagieren oftmals auf Überschüsse in der Nahrung und können gefährliche Krankheiten entwickeln, wie

das Equine Metabolische Syndrom – kurz EMS –

  • Cushing
  • PSSM
  • Tying-Up
  • Hufrehe

Leidet ein Pferd bereits unter einer dieser Erkrankungen, kann das falsche Futter diese noch verschlimmern.

Photo by Ben Shbeeb on Unsplash

Müsli – Fütterung der Pferde

Das Pferdemüsli ist ein Mischfutter, das den Energiebedarf deines Ponys bedarfsgerecht deckt. Je nach Sorte gibt es hier verschiedene Zusammensetzungen in Kombination mit Mineralien und Vitaminen. Wer sich also für das passende Pferdemüsli entscheidet, kann die gesamte Nährstoffversorgung abdecken – vorausgesetzt es handelt sich um ein hochwertiges Produkt.

Zum einen sollte das Müsli hydrothermisch aufgeschlossenes Hafer mitbringen oder gänzlich darauf verzichten. Zum anderen gilt es, auf den passenden Energiegehalt zu achten. Je mehr Energie ein Futter liefert, desto weniger solltet ihr davon füttern. Das schont die Verdauung deines Ponys.

Ich bevorzuge Pferdemüsli gegenüber Pellets. Es regt die Kautätigkeit an, das bedeutet: Die einzelnen Komponenten werden gründlich eingespeichelt und dann besser verdaut. Der Speichel ist ein ganz natürlicher Schutz der Magen- und Darmflora.

Ich bevorzuge zudem einen limitierten Protein- und Stärkegehalt – um die Leber und die Nieren meines Ponys zu schützen. Zusätzliche hochwertige Vitamine unterstützen das Immunsystem. Hat dein Pony mit Stress große Probleme, beispielsweise auf dem Turnier oder im Hänger, kann die Beigabe von Pferdemüsli mit zusätzlichem Vitamin B eine Verbesserung erzielen.

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