Rasseportrait Welsh Cob Ponys

Die kompakten Reitponys mit einem ausdrucksstarken Kopf und einem willensstarkem Charakter stammen aus Wales in Großbritannien. Die kernigen Ponys erlebten ihre Geburtsstunde in der keltischen Kultur. Die Vielzahl ihrer Kategorien hat diese Rasse in ganz Europa bekannt gemacht. Bis auf die Schecken ist in punkto Farben alles erlaubt. In dieser Rassebeschreibung widme ich mich ihrem Wesen, Aussehen und den Besonderheiten, die einen Welsh Cob so einzigartig machen.

Rassebeschreibung: Welsh Pony

Neben dem Typ A, B, C und D gibt es noch das Welsh-Mountain Pony. Diese Sektionen unterscheiden sich durch ihr Stockmaß. Im Rahmen der Sektion A darf das Pony nicht größer als 122 Zentimeter sein. Die größten Welsh D und Welsh Cobs zeichnen sich durch ein stattliches Stockmaß von circa 1,50 Metern aus und eignen sich so auch für leichte Erwachsene.

Der englische Begriff Cob entspricht dem deutschen Brocken oder Klotz. Was auf den ersten Blick womöglich plump wirkt, zielt auf die kräftigen Halsungen, die starke Bemuskelung und das ausdrucksstarke Auftreten ab, die im täglichen Umgang einen ausgeglichenen Charakter haben. Welsh Cob Besitzer schätzen gerade Letzteres.

Diese Ponys kommen in der Dressur, im Springen und vor der Kutsche zum Einsatz.

Ein schönes Rasseportrait in bewegten Bildern

Mit Welsh-Ponys glücklich durch ein langes Leben

In Deutschland gibt es circa 2.500 Welsh-Ponys der unterschiedlichen Sektionen und Farbgebungen. Vielmehr als im Leistungssport ist diese Rasse der ideale Partner für die Familie und die Freizeit. Das Zuchtziel beschreibt den Charakter als feurig, aber kontrollierbar – neben einer ausgeprägten Bezogenheit auf „ihren Menschen“ sind das die Vorzüge dieser Rasse.

In einer Minute stolziert der eifrig wihernde Welsh-Hengst ausdrucksstark mit aufgeblähten Nüstern durch den Showring und zieht alle Blicke auf sich. Im nächsten Moment tragen sie ein kleines Kind sicher auf seinem Rücken.

Charakter der Welsh Ponys

Diese Rasse ist mit einer ausgesprochenen Robustheit ausgestattet. Es ist wenig verwunderlich, dass ihre Lebenserwartung bei guter Haltung die 20-Jahre-Marke locker überschreitet. Mit dem Kauf eines Welsh-Ponys entscheiden Sie sich für einen loyalen und zuverlässigen Partner fürs Leben.

Wales in Großbritannien ist die Heimat eines echten Charakterponys, dessen Beliebtheit über den gesamten Globus reicht. Welsh Ponys lassen sich in vier Sektionen einteilen. Damit sind die Größenkategorien gemeint.

Partbreds sind die Welsh Ponys, die einen Anteil von mindestens 12,5 % Welsh Blut mitbringen. In der Zucht sind alle möglichen Farben erlaubt, ausgenommen Schecken. Seit 1960 sind die Stud Bücher geschlossen, so dass es nicht mehr möglich ist, in die Reihe anderer Rassen einzugreifen.

Deutschlandweit gibt es derzeit ca. 2500 registrierte Zuchttiere. Das Mutter Stutenbuch wird ausgehend von der Welsh Pony & Cob Society (WPCS) geführt. Das bedeutet: Kaufst du dir ein Welsh Cob Pony mit originalen Ahnentafeln aus Großbritannien, musst du die Ummeldung und Eintragung sowie den Besitzerwechsel in Großbritannien vornehmen lassen.

Die walisischen Pferderassen gehen weit in die Geschichte der keltischen Kultur zurück. Die Kelten machten sich auf den Weg quer durch Europa und brauchten dafür kräftige und mutige Ponys. Heute können wir davon ausgehen, dass die Kelten aus der Not heraus zu den ersten Pferdezüchtern in der Antike wurden. Sie haben Ponys gezüchtet, die mit der nördlichen Tundra zurechtkommen, äußerst ausdauernd und leichtfüßig sind und eine kompakte Größe und einen starken Körperbau mitbringen. Mit der späteren Herrschaft von Karl II kamen die ersten arabischen Vollblüter auf die Inseln. Sie ließen ihren Einfluss auf die bestehenden Ponys spielen. Ein Edelmann aus Wales kaufte einen kleinwüchsigen Vollblüter, der bei einem Rennen versagte. Er ließ ihn in den Bergen frei, wo er seine Gene auf die Muttertiere verteilte. Der bekannte Merlin-Ponytyp war damals äußerst begehrt.

Scheinbar sind die Ponys der Walliser genauso eigensinnig wie ihre Einwohner. Sie haben sich in den Jahren prächtig an die freien Bergen angepasst.

Welsh A Pony

Am 25. April 1901 sind 10 Züchter in Llandrindod Wells zusammengekommen, um das erstes Stutbuch für die gezüchteten Rassen zusammenzustellen. Daraus gründete sich die Wels Pony and Cob Society – kurz WPCS. Im nächsten Jahr erschien das Stutbuch mit insgesamt 200 eingetragenen Tieren. Zum 100-jährigen Jubiläum führte das weltweite Overseas Register 8000 Tiere. Das ist eine sehr geringe Anzahl und wohl einer der Gründe, warum sehr gute Zuchttiere und Rassevertreter oftmals nur für einen hohen Preis zu haben sind.

Der Wels A Typ des Welsh Mountain Ponys ist dem heutigen Typ am ähnlichsten. Neben der Schließung des Stutbuchs 1960 eröffnete sich eine neue Sektion für Welsh Partbreds, die Möglichkeiten für Kreuzungen mit einem bestimmten Welt Blutanteil eröffneten.

Mit Ende der 1980er haben die Züchter in Deutschland viele sehr bekannte Welsh Mountain Ponys gezüchtet und diese damals als Kohlegruben Ponys eingesetzt. Ihre große Leistung, der gedrungene, agile Körperbau und die geringe Größe waren dafür sehr geeignet. Bis zu einem Stockmaß von 122 cm sprechen wir von einem Welsh A Pony. Ausgehend von diesem Urpony wurden alle anderen Sektionen gezüchtet. Ob als Anfänger-Pony oder für Kinder sowie als Fahrpferd für Erwachsene: Die vielen Einsatzmöglichkeiten machen das Welsh A zum perfekten Pony für die ganze Familie.

An dieser Stelle verweisen wir nochmals auf das geschlossene Stutbuch. Heute müssen also Vater und Mutter eingetragene Welsh A Ponys sein.

Welsh B Pony

Bis zu einer Größe von 137 cm haben wir es mit einem Welsh B Pony zu tun. Es ist aus einer Kreuzung aus den Welsh Mountains und englischen Vollblüter hervorgegangen. Das macht sich an seinem ausdrucksstarken Kopf und den großen Kulleraugen bemerkbar. Zudem steht diese Sektion etwas mehr im Reitponytyp – wohl ein Grund, warum viele Jugendliche und Kinder auf einem Welsh B durch die Turniere reiten.

Seine Gestalt ist äußerst zierlich, dennoch ist es dabei gutmütig, mutig, fleißig und intelligent. Im Prinzip eignet sich das Welsh B Pony für alle Sektionen im Reitsport, ob als Fahrpferd, in der Vielseitigkeit, in der Dressur, im Springen oder als Freizeitpony für die ganze Familie. Der anmutige Kopf, sein langer Hals und der geschwungene Rücken ebenso wie die Kruppe, die an eine Melone erinnert, gehören zu den wichtigsten Charaktereigenschaften.

Welsh C Pony

In der Sektion C bis zu einem Stockmaß von 137 cm ist von dem Cobtyp die Rede. Im direkten Vergleich zum Welsh B ist der Welsh Cob kräftiger und stämmiger und besitzt einen ausgeprägten Kötenbehang. Damit ist die Behauptung rund um die Hufe gemeint.

Der Welsh C eignet sich für Jugendliche und kleinere Erwachsene. Er gilt als beliebtes Reitpony für die Freizeit, für die Jagd, für den Vielseitigkeitssport, für das Wanderreiten oder für Trekkingtouren. Das Welsh C ist äußerst intelligent, mutig und gilt als sehr zuverlässiges, kleines Pferd. Oftmals bewegen sich diese Ponys fleißig und schnell. Sie sind für ihren anmutigen und schwebenden Trab bekannt.

Welsh D – Welsh Cob

Die größte Sektion gehört den Welsh D Ponys. Sie besitzen ein Stockmaß von ungefähr 150 cm in Kombination mit einem sehr kräftigen Fundament und einer starken Bemuskelung. Die Fans dieser Rasse lieben diese Sektion für ihren freundlichen und ausgeglichenen Charakter. Der Name Cob scheint ja sehr treffend zu sein, weil es der walisische Ausdruck für Brocken oder Klotz ist. Meistens bewegen sich die Ponys in einem größeren Rahmen zwischen 145 und 155 cm Stockmaß. Viele der Welsh D Ponys bringen ein gutes Springvermögen mit. Sie sind äußerst ausdauernd und kraftvoll.

Ist der Welsh D nicht aus einer Kreuzung zweier Cops hervorgegangen, dann doch wohl aus einem Cob und einem Welsh C. Eine Anpaarung zwischen einem Welsh C und einem Welsh D ist ebenso möglich, vorausgesetzt es ist größer als 137 cm. Aus einem Welsh D und Welsh A entsteht jedoch immer Welsh C Ponys.

Der Charakter der Welsh Ponys

Die Ponys lieben ihre Besitzer und gelten als besonders personenbezogen. Ist das Eis erst einmal gebrochen, haben sie Vertrauen zu ihrem Menschen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sie Fremden gegenüber erst einmal reserviert und misstrauisch auftreten. Einige der Ponys ignorieren Fremde einfach oder lassen sich von ihnen weder einfangen noch anfassen. Was ein Welsh Pony einmal gelernt und verstanden hat, lässt sich nach mehreren Monaten und Jahren problemlos abrufen.

Ihr Temperament gilt als feurig, aber kontrollierbar. Diese Ponys sind mutig und intelligent. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, auf der Bundesschau die aufgeregten und leidenschaftlichen Welsh Pony Hengste zu sehen, wie sie mit ihrem hoch getragenen Schweif und den großen Nüstern über das Grün traben. Wenig später sitzen dann Kleinkinder auf ihrem Rücken und lassen sich durch die Führzügelklasse tragen. Diese Eigenschaften der Ponys sind faszinierend und machen die Rasse zu einem idealen Partner für die ganze Familie.

Gesundheit der Welsh Ponys

Im Prinzip braucht ein Welsh Pony nur seine regelmäßige Impfung und Entwurmung. Sie gelten als relativ unempfindlich gegenüber Krankheiten. Wer sich Zeit seines Lebens gut um sein Pony kümmert und auf eine artgerechte Haltung achtet, kann sich über einen Partner freuen, der weit über 20 Jahre alt wird. Viele der Welsh Cobs sind bis ins hohe Alter reitbar und voll einsetzbar. Ein Alter von 30 Jahren ist keine Seltenheit.

Der hohe Adel, die Eleganz, die Vielseitigkeit und der Fleiß dieser intelligenten Ponys machen sie zu einer vielseitigen Rasse, die ihre Fans schnell von sich überzeugt.

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